Taub – warum

Australian Cattle Dogs kommen weiß zur Welt. Grundsätzlich sind Tiere mit weißer Fellfarbe vermehrt von einer Taubheit  betroffen.

Erst nach ca 10 Tagen verändert sich ihre Fellfarbe. Es gibt ca.  2% beidseitig taube und 12% einseitig taube Hunde. Diese Taubheit ist vererbt und angeboren und  mit dem weißen Farb-Gen verbunden.

Dieser komplizierte Erbgang ist  bis jetzt noch nicht  entschlüsselt. Die Haarzellen in der Ohrschnecke verkümmern, und betroffene Tiere können keine Geräusche auffangen und ans Gehirn weiterleiten.

Aufmerksame und verantwortungsvolle Züchter können ab der 3. Lebenswoche  durch das Verhalten der Welpen  bemerken, ob es taube Welpen im Wurf gibt.

Zuverlässig kann das Gehör ab der 5. Woche durch einen  BAER-Test (brain-stem auditory evoked response)  dem “Hirnstamm-Audiometrie-Test” auf die Funktionstüchtigkeit geprüft werden.

Leider wurde in manchen Fachliteraturen empfohlen, taube Welpen zu töten und so werden im europäischen Ausland wie Holland, Belgien, Frankreich und  Skandinavien auch heute noch viele dieser Welpen getötet.

Typische Vorurteile der  tauben Hunde :

•    sie werden durch ihr Handicap verhaltensgestört
•    ihnen „fehlt“ durch die Taubheit wichtige Kommunikation mit  Artgenossen und Menschen
•    neigten  zu  beißen bei erschrecken, da sie ja „nichts hören“
•    hätten keine Freude am Leben da sie „nie“ ohne Leine laufen

dürfen….

Hunde verständigen sich hauptsächlich durch Körpersprache. Das gilt nicht nur für Hunde untereinander, sondern der Hund spricht auch in dieser Art mit uns Menschen.
Als Besitzer eines tauben Hundes befasst man sich plötzlich viel intensiver mit der Kommunikation und versucht auf der Ebene des Hundes zu kommunizieren.
Dies kommt dem Hund zu Gute, da er durch „Körpersprache“ und Handzeichen ausgebildet wird und fällt dem Hund viel leichter.
Und wenn man sich nun so als Besitzer eines „hörenden“ Hundes selbst beobachtet, merkt man, dass auch da sehr viel durch Handzeichen kommuniziert wird, nur eben „unbewusst“, z.B. Zeigefinger nach oben bedeutet „Sitz“ oder die flache Hand in der horizontalen „ Platz“.
So gibt es sehr viele Beispiele wie man dem Hund Kommandos nonverbal beibringen kann.